Die Bahai: Geschichte
Details eines Gemäldes von Reimar Kanis: „Eine Spur“

Der lange Weg der Verbannung
Im Jahr 1844 trat in Schiras (Persien) ein junger Mann, der sich Bab (arabisch „das Tor“, 1819-1850)
nannte, mit dem Anspruch auf, der Vorläufer eines verheißenen Gottesboten zu sein. Der Bab gewann rasch
viele Anhänger. Er wurde gefangen genommen, ausgepeitscht, eingekerkert und 1850 hingerichtet. Seine
Anhänger wurden grausam verfolgt und zu Tausenden als „Ketzer“ getötet.
Baha’u’llah (1817-1892) ist der Religionsstifter der Bahai. Er wurde am 12. November in Teheran als
Sohn des berühmten Kalligrafen und Ministers Mirza Abbas-i-Nuri geboren. Schon als junger Mann hatte
er beschlossen, das luxuriöse Leben hinter sich zu lassen und auf die ihm zugedachten Führungsämter
zu verzichten, um sein Leben in den Dienst der Armen und Bedürftigen zu stellen. 1863 verkündete er
in Bagdad, der vom Bab Verheißene zu sein. Wie sein Vorläufer, musste auch Baha’u’llah Verfolgung,
Einkerkerung und Verbannung erdulden, die ihn über Bagdad, Istanbul und Edirne schließlich in die
berüchtigte osmanische Festungsstadt Akko in der Bucht von Haifa führte.
In über hundert Büchern, die als von Gott offenbarte Schrift gelten, sind seine Lehren niedergelegt.
In zahlreichen Briefen an die „Völker der Welt“ und die geistigen und politischen Führer seiner Zeit
mahnt er universalen Frieden und Gerechtigkeit an.

Schrein des Bab

Dass sich die Grabstätte des aus Shiras stammenden Bab heute in Haifa (Israel) befindet, hat historische Gründe.
Zitat von Baha’u’llah

Ich war nur ein Mensch wie andere und lag schlafend auf Meinem Lager. Siehe, da wehten die Lüfte des
Allherrlichen über Mich hin und lehrten Mich die Erkenntnis all dessen, was war. Dies ist nicht von Mir,
sondern von Einem, der allmächtig und allwissend ist. Und Er gebot Mir, Meine Stimme zwischen Erde und Himmel
zu erheben, und um dessentwillen befiel Mich, was jedes verständigen Menschen Tränen fließen lässt.
Schrein Baha’u’llahs

Der Schrein Baha’u’llahs in Bahji bei Akkon (Israel) ist heute ein vielbesuchtes Pilgerziel.
PDF-Download: Baha’u’llah