Die Bahai: Religionsverständnis
Sima Baher: „The Dawn of a New Era“ (Detailansicht)
Verschiedene Wege, ein Ziel
Die Haltung der Bahai gegenüber anderen Religionen geht weit über Toleranz —
im Sinne einer bloßen Duldung 6mdash; und den Wettstreit paralleler Wahrheitsansprüche hinaus.
Zu den Grundfesten des Bahai-Glaubens gehört, dass alle Religionen aus der selben
transzendenten Quelle stammen. Die Bahai betrachten die Religionen als aufeinanderfolgende
Offenbarungen Gottes, die zur Erziehung der Menschen gestiftet werden. Zentral ist die
Entwicklung von geistigen Tugenden und die Loslösung von Anhaftungen — Ziele, die alle
Religionen auf unterschiedlichen Wegen anstreben.
Durch die Offenbarung Baha’u’llahs sehen die Bahai die Menschheit in ein neues Zeitalter
eintreten: ein Zeitalter bahnbrechender Erfindungen und Entdeckungen, vor allem aber ein Zeitalter
des Mündigwerdens, der Versöhnung und der Einheit.
Baha’u’llah lehrt den Glauben an den einen Gott aller Religionen, dem man sich — trotz Seiner
absoluten Transzendenz — durch Taten der Nächstenliebe und im Gebet nähern kann:
„Ich bezeuge, o mein Gott, dass Du mich erschaffen hast, Dich zu erkennen und Dich anzubeten. Ich bezeuge in
diesem Augenblick meine Ohnmacht und Deine Macht, meine Armut und Deinen Reichtum. Es ist kein
Gott außer Dir, dem Helfer in Gefahr, dem Selbstbestehenden.“
Zitat von Baha’u’llah
Mein Ziel ist kein anderes als die Besserung der Welt und die Ruhe ihrer Völker.
Zitat von Baha’u’llah
Er, der euer Herr ist, der Allerbarmer, hegt in Seinem Herzen die Sehnsucht, das ganze Menschengeschlecht
als eine Seele und einen Körper zu sehen.
Zitat von Baha’u’llah
Die Religion Gottes ist für Liebe und Einheit da; macht sie nicht zum Grund für Streit und Feindschaft.
Aus den Verborgenen Worten

O Sohn des Geistes!
Zerbrich den Käfig und dem Phönix der Liebe gleich
schwinge dich auf in den Himmel der Heiligkeit.
Entsage dem Selbst und ruhe,
erfüllt vom Geist der Gnade, im Reiche himmlischer Reinheit.
Zitat von Baha’u’llah

Ohne Zweifel verdanken die Völker der Welt, welcher Rasse oder Relgion sie auch angehören, ihre Erleuchtung
derselben himmlischen Quelle und sind einem einzigen Gott untertan.