Die Bahai: Worte Baha’u’llahs
Foto von Anis Sadeghpour: Ringsymbol „Baha“

Aus den Verborgenen Worten
Verhüllt in Meinem unvordenklichen Sein und in der Urewigkeit Meines Wesens,
wusste Ich um Meine Liebe zu dir.
Darum erschuf Ich dich,
prägte dir Mein Ebenbild ein
und offenbarte dir Meine Schönheit.
Wisst ihr, warum Wir euch alle aus dem gleichen Staub erschufen?
Damit sich keiner über den anderen erhebe.
Bedenket allzeit in eurem Herzen, wie ihr erschaffen seid.

Aus den Sieben Tälern
Wenn der Wanderer nur auf den Ort der Erscheinung achtet, wenn er gleichsam die verschiedenfarbigen Gläser
anschaut, dann sieht er gelb, rot und weiß. Durch eine solche Art der Betrachtung ist die Menschheit ins Streiten
geraten, und die Welt wurde von trübendem Staub umzogen, den menschliche Enge emporgeweht hat. Andere sehen
die Strahlen des Lichtes, während die dritten, die vom Wein der Einheit getrunken haben, nichts als die Sonne
selber schauen.

Aus der Ährenlese
Die göttlichen Tugenden und Eigenschaften sind alle klar und offenbar;
sie wurden in allen heiligen Büchern erwähnt und beschrieben. Unter ihnen
sind Vertrauenswürdigkeit, Wahrhaftigkeit, Reinheit des Herzens in der
Zwiesprache mit Gott, Langmut Ergebenheit in alles, was der Allmächtige
verordnet, Zufriedenheit mit allem, was sein Wille bestimmt, Geduld, ja
Dankbarkeit inmitten von Leiderfahrungen und vollkommenes Vertrauen auf
Ihn in allen Lebenslagen. Nach Gottes Werturteil zählen diese Tugenden
zu den höchsten und lobenswertesten aller Taten. Alle anderen Taten sind
zweitrangig, diesen nachgeordnet, und werden es immer bleiben.

Aus den Verborgenen Worten
Höre nichts Schlechtes und sieh nichts Schlechtes,
erniedrige dich nicht, seufze und weine nicht!
Sprich nichts Schlechtes, auf dass du nichts Schlechtes hörest,
und vergrößere die Fehler anderer nicht, damit deine eigenen Fehler nicht groß erscheinen.
Wünsche keinem Menschen Erniedrigung,
damit deine eigene Niedrigkeit nicht offenkundig werde.
Alsdann verbringe deine Lebenstage, die weniger sind als ein flüchtiger Augenblick,
mit makellosem Gemüt, unbeflecktem Herzen, reinen Gedanken und geheiligtem Wesen,
damit du die irdische Hülle frei und zufrieden ablegen,
zum mystischen Paradiese Zuflucht nehmen und
im ewigen Königreiche wohnen kannst immerdar.

Aus der Tafel an Maqsud
O ihr Vielgeliebten! Das Heiligtum der Einheit ist errichtet; betrachtet einander nicht als Fremde. Ihr seid die
Früchte eines Baumes, die Blätter eines Zweiges. Wir hegen die Hoffnung, dass das Licht der Gerechtigkeit
über die Welt scheine und sie von aller Tyrannei heilige.

Das Ringsymbol
Das kalligraphische Ringsymbol, arabisch „Baha“ (zu deutsch „Herrlichkeit“) zeigt drei Ebenen: die Ebene Gottes,
die Ebene der Religionsstifter und der Menschheit. Diese Ebenen werden durch die Offenbarung miteinander verbunden.
Ihren Ausdruck findet diese vor allem im „Wort Gottes“, das – unserem Glauben entsprechend – für die heutige Zeit der
Offenbarer Baha’u’llah dem Menschen übermittelt hat.
Aus diesen Worten sind auf dieser Seite einige zentrale Aussagen zusammengestellt.

